Gymnasium vs. Realschule: Wo liegen die Unterschiede?


Auf welche Art der weiterführenden Schule die Kinder nach der Beendigung der vierten Klasse geschickt werden, liegt in nahezu allen deutschen Bundesländern in der Entscheidung der Eltern. Durch die Grundschulen selbst werden lediglich Empfehlungen ausgesprochen – diesen folgen die meisten Eltern jedoch. 

Besonders einfach zeigt sich diese weitreichende Entscheidung für das Leben des Kindes, wenn eine Empfehlung für das Gymnasium vorliegt. Besteht bei den Eltern jedoch keine vollkommene Sicherheit, welche Schulform für ihren Nachwuchs geeignet ist, kann sich die Situation durchaus schwierig gestalten. 

Generell kommt es darauf an, wie die individuellen und persönlichen Voraussetzungen des Schülers ausfallen. Aus diesem Grund kann es beispielsweise sinnvoll sein, sich einmal mit den genauen Unterschieden zu beschäftigen, wenn es um die Frage Realschule oder Gymnasium geht. 

 

So unterscheiden sich Realschule und Gymnasium

Damit keine Fehlentscheidung getroffen wird, stellt es bereits eine große Hilfe dar, sich den größten Unterschied zwischen Realschule und Gymnasium zu vergegenwärtigen. Dieser besteht darin, dass durch den Besuch des Gymnasiums die Möglichkeit besteht, mit dem Abitur abzuschließen. Im Gegensatz dazu wird auf der Realschule der Abschluss der mittleren Reife erworben. 

Damit geht ebenfalls einher, dass sich die Dauer der Schulzeit unterscheidet. In der Regel wird die Realschule so nach der zehnten Klasse abgeschlossen. Die gymnasiale Oberstufe endet dagegen mit der 13. Oder der 12. Klasse – abhängig von dem jeweiligen Bundesland. 

Natürlich wird auch die zukünftige Karriere maßgeblich davon beeinflusst, welcher Schulabschluss vorliegt. Mit dem Abitur geht grundsätzlich die Zugangsberechtigung für Hochschulen einher, sodass das Studium an einer Universität aufgenommen werden kann. Daneben finden sich heute auch viele Ausbildungsberufe, die ohne ein Abitur nicht mehr ergriffen werden können. Dies bedeutet jedoch noch lange nicht, dass ein Realschulabschluss mit schlechten Zukunftsaussichten einhergeht. Es lässt sich noch immer eine große Auswahl an Berufen finden, für welche die mittlere Reife ausreichend ist. 

Die Fächer und der Lehrplan weisen zwischen dem Gymnasium und der Realschule jedoch kaum Unterschiede auf. Jedoch können sich die Schüler an Gymnasien zwischen mehr Fächern entscheiden. Beispielsweise steht Lateinunterricht ausschließlich an Gymnasien zur Verfügung. In beiden Schulformen fokussieren sich die Klassenstufen sechs bis zehn jedoch vor allem auf ein breit aufgestelltes Allgemeinwissen. Die entsprechenden Wahlfächer sorgen dann für die Möglichkeiten, die individuellen Interessen und Neigungen zu betonen. 

Nicht vernachlässigt werden sollte allerdings, dass sich die Inhalte des Unterrichts an einem Gymnasium sowohl umfangreicher als auch dichter zeigen. Daneben liegt der Fokus vor allem auf der Theorie. Die Vertiefung der Allgemeinbildung findet dann erst in der Oberstufe des Gymnasiums statt, sodass eine fundierte Grundlage geschaffen wird, um in Zukunft studieren und wissenschaftlich arbeiten zu können. Die Schwerpunkte stellen dabei sowohl die Fremdsprachen als auch die Fächer Mathematik und Deutsch dar. 

 

Herrscht am Gymnasium ein höherer Schwierigkeitsgrad?

Grundsätzlich fällt das Unterrichtspensum am Gymnasium im Vergleich zur Realschule höher aus. Daneben ist ein größeres Durchhaltevermögen und eine höhere Lernbereitschaft nötig, da es vor allem auf ein selbstständiges Arbeiten ankommt. Dadurch verspüren viele Gymnasiasten besonders in den fortgeschrittenen Klassenstufen einen recht hohen Leistungsdruck. Dies hat zur Folge, dass Schüler, die mit dem großen Lernpensum überfordert sind, häufig den Anschluss verlieren. 

Mehr Zeit nehmen sich die Lehrkräfte für ihre Schüler dagegen an der Realschule. Besonders Kinder, die mit einem hohen Leistungsdruck nicht umgehen können, können somit durch den Besuch der Realschule in hohem Maße profitieren und dabei mit überdurchschnittlich guten Zensuren punkten. 

Foto von  Kzenon@stock.adobe.com 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.