Probleme mit Azubis


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  • #108832
    Rorram
    Teilnehmer

    Guten Tag,

    stelle mich nachher kurz vor!Habe jetzt leider nur ganz kurz Zeit. ABER: Habe große Probleme mit meinen 3 Azubis (alle erstes Lehrjahr). Für die Probleme bin ich wohl auch mitverantwortlich! Geplant war eigentlich, dass ich dieses Jahr drei weitere Azubis einstelle. Aber jetzt überlege ich es mir gerade dies rückgängig zu machen und nur mit Teilzeitkräften zu arbeiten.

    Näheres in Kürze!

    Gruß,
    Rorram

    #122299
    Thomas
    Keymaster

    Hi!

    Die bestehenden Azubis behältst Du aber?

    Bei Fragen fragen!

    #122308
    Rorram
    Teilnehmer

    Hallo,

    die bestehenden Azubis kommen jetzt ins 2.Lehrjahr, falls sie nicht kündigen!

    Bis vor etwa 3 Monaten war alles in bester Ordnung! Ein hochmotiviertes Team und ich konnte sagen, dass ich auf jeden Azubi stolz bin. Bis dahin hörte ich auch des öfteren, dass sie noch nie einen solch tollen Chef gehabt hätten (wobei das natürlich alles relativ ist).

    Vor 9 Wochen habe ich jetzt einen weiteren Betrieb übernommen, was natürlich vor allem in der Anfangsphase mit viel Aufwand verbunden ist. D.h. ich habe mich auf zwei Betriebe aufgeteilt zu je 3 Tagen a 12 bis 14 Stunden.

    Deswegen war ich eben nicht so oft im Hauptbetrieb, wie es meine Azubis bisher gewohnt waren. Ich erklärte ihnen zwar am Anfang, dass der zweite Betrieb für sie die Chance wäre eine zweite Festanstellung nach der Ausbildung zu bekommen, aber mittlerweile ich das denen sowieso egal.

    Die Azubis arbeiten bei mir im Schichtdienst (mal früh/ mal spät) je 6,6 Stunden und haben 1,5mal in der Woche im Schnitt Schule. Jede Überstunde bekommen sie mit 5,50 netto bezahlt! Das ist denen aber am Wochenende zu wenig! Sie möchten einen Euro mehr! So lasse ich sie jetzt eben keine Überstunden mehr machen. Das bekommen dann eben meine Servicekräfte!

    Jetzt haben sie von einem anderen Betrieb mitbekommen, dass man dort externe Schulungen komplett bezahlt bekommt und denken, sie würden zu wenig verdienen bzw. zu wenig Weiterbildung bekommen. Dem ist bis auf die letzten 8 Wochen definitiv nicht so! Meine Azubis können jetzt schon viel mehr als viele ausgelernte in meiner Branche!

    Jetzt habe ich erfahren müssen, dass die Azubis vor meinen Kunden und Mitarbeitern gegen mich reden und andere mit aufhetzen! Und das ist geschäftsschädigend für meinen Betrieb.

    Habe sicher auch Fehler gemacht! Jetzt bin ich einfach nur sehr enttäuscht, was ich da hinter meinem Rücken mitbekomme! Es wird sich bald einiges bei mir im Betrieb ändern, hat ein Kunde erwähnt!

    Bin gerade ziemlich down!

    Muss jetzt leider aufhören! Melde mich später wieder!

    Gruß

    #122300
    Thomas
    Keymaster

    Schwierige Situation!

    Ohne mehr zu wissen, würde ich an Deiner Stelle folgendes machen:

    Setze Dich mit den Azubis hin und versuche, Ihnen die Gründe für Dein Verhalten zu erklären. Wenn es gut läuft, werden sie es verstehen.

    Bei Fragen fragen!

    #122309
    Rorram
    Teilnehmer

    Hallo Thomas,

    vielen Dank für deine Antwort! Werde die nächsten Tage mit jedem Einzelgespräche führen und hoffe, dass ich dann genau weiß, was los ist!

    So kann es nicht weitergehen! Anscheinend sind sie nicht in der Lage das Problem mit mir zu bereden, obwohl ich eine eher kumpelhafte Beziehung zu meinen Mitarbeiretn führe. Ist wirklich eine große Enttäuschung für mich, wie sie gerade reagieren. wegen Urlaub und Krankheit fehlen bei mir im Betrieb gerade zwei Leute und die Azubis fragen mich nicht mal, ob sie aushelfen können (bekämen es ja sogar bezahlt)!

    Nach den Gesprächen mit den Azubis werde ich mich entscheiden, ob ich noch weitere Azubis einstelle oder besser auf Teilzeitkräfte umsteige. Mir geht es auch um die Azubis, die jetzt alle einen Lehrvertrag mit mir zum 1.9.2007 unterschrieben haben. Tolle Leute, die Hoffnung haben endlich eine Ausbildung bekommen zu haben. Und wenn ich das jetzt mitbekomme, was da abgeht, kann es unter Umständen sein, dass ich mich gegen weitere Azubis entscheiden muss…..

    Gruß,
    Rorram

    #122310
    Rorram
    Teilnehmer

    Nach einem Gespräch mit meinen Mitarbeitern ist es jetzt raus! Meine Azubis sind nicht mehr motiviert bei mir im Betrieb zu arbeiten!

    Sie denken, dass sie unentbehrlich für meine Firma wären. Ein Azubi meinte, dass er über Managerqualitäten verfügt und demnach auch verdienen müsste (1.Lehrjahr). Genau dies sagte er einer Mitarbeiterin !

    Die Stimmung bei mir ist nicht mehr tragbar! Ich kann meine Azubis nicht mehr meinen Kunden (teilweise aus dem Freundeskreis) zumuten, da ich nicht weiß, was sie über mich sagen.

    Ich werde jetzt mit jedem ein sehr intensives Einzelgespräch führen. Doch wenn sich herausstellt, dass ein Azubi nicht mehr hinter mir steht, ist dies für mich definitiv eine geschätsschädigende Sache und ich muss mich dann informieren, was ich für Möglichkeiten habe.

    Aufgrund des Verhalten meiner Azubis, gehe ich davon aus, dass sie womöglich eine andere Stelle gefunden haben und in Kürze gehen! Denn falls sie bleiben möchten, kann ich ihr Verhalten nicht mal annähernd nachvollziehen. Sie haben anscheinend vergessen, dass sie von mir am Ende ein Arbeitszeugnis bekommen.

    Gruß,
    Rorram

    #122301
    Angela
    Moderator

    Das scheinst Du tatsächlich in einer sehr schwierigen Situation zu sein. Und ich kann gut verstehen, dass Du enttäuscht bist.

    Natürlich kann es nicht angehen, dass Azubis ihren Ausbildungsbetrieb / Chef vor den Kunden runtermachen. Auf Grund Deiner Ausführungen habe ich auch nicht das Gefühl, dass Du Deinen Pflichten aus Ausbildender nicht nachgekommen wärst. Es scheint also kaum Grund für das Verhalten und die Beschwerden zu geben.

    Nun ist es allerdings so, dass es nach Ablauf der Probezeit für den Ausbildenden recht schwierig ist einem Azubi zu kündigen. Das liegt in der besonderen Fürsorgepflicht gegenüber dem Azubi begründet, die der Ausbildungsbetrieb hat.
    Nach der Probezeit ist einen Kündigung von Seiten des Betriebs nur „aus einem wichtigen Grund ohne Einhalten einer Kündigungsfrist“ (§ 22 BBiG) möglich.
    Wichtige Gründe können dabei z.B. Diebstahl, Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht, unentschuldigtes Fehlen sein. Ich könnte mir denken, dass auch geschäftsschädigendes Verhalten dazu gerechnet werden kann. Das aber bitte vorab mit Deiner zuständigen IHK abklären.
    Ein wichtiger Punkt jedoch ist § 22 Abs. 4 BBiG: „Eine Kündigung aus einem wichtigen Grund ist unwirksam, wenn die ihr zugrunde liegenden Tatsachen dem zur Kündigung Berechtigten länger als zwei Wochen bekannt sind.“
    D.h. also, dass Du innerhalb von 2 Wochen reagieren musst, um eine Kündigung aus einem solch wichtigen Grund wirksam zu machen.

    Ich denke aber, dass eine Kündigung nur die letzte aller Möglichkeiten sein darf. Zuerst sollte man alles andere ausprobieren, um zu einer für beide Seiten tragbaren Lösung zu kommen.
    Ein Vieraugengespräch ist dabei sicherlich ein guter Weg. Mein Rat an Dich dafür wäre: Achte darauf, dass Du die Situation deutlich klar stellst (auch die, dass Du der Chef bist!). Lass Dir verbindliche, überprüfbare Zusagen geben. Lege die vereinbarten Punkte schriftlich fest und lasse sie Dir unterschreiben. Sind die Azubis noch minderjährig, ziehe auch die Eltern hinzu.

    Was nun Deine „neuen“ Azubis ab 01.09. angeht, möchte ich Dir die Anregung geben: Sollen sie ausbaden, was die anderen verbockt haben?

    Um aus meinen Erfahrungen zu sprechen: jedes Lehrjahr ist anders (habe durchschnittlich pro Lehrjahr 6 – 10 Azubis). Wichtig ist: das ist eine Gruppe meist noch recht junger Leute. In solchen Gruppen gibt es i.d.R. ein „Alphatier“, das den anderen sagt, wo’s langgeht. Ist dieses Alphatier auf Deiner Seite, wirst Du mit der ganzen Gruppe kaum Probleme haben. Ist es nicht auf Deiner Seite, wirst Du mit den meisten (oder allen) Probleme haben. Also: sorg dafür, dass das „Alphatier“ auf Deine Linie einschwenkt – und zwar von Anfang an. Ich gebe allerdings auch zu, dass das oft leichter gesagt als getan ist. 😉

    #122311
    Rorram
    Teilnehmer

    Hallo Angela,

    ich danke dir für deine ausführliche Antwort!

    In erster Linie möchte ich ja erst mal nur wissen, was es für Möglichkeiten im Falle der Fälle gibt.

    Da ich im 1.6. einen weiteren Betrieb übernommen habe, war ich immer 3 Tage in der Woche im Betrieb nicht anwesend, was natürlich nicht sein darf. Es ging aber nicht anders! Und meine Azubis konnten ihre Aufgaben ohne Probleme lösen. Ich gebe zu, dass dies ein Fehler von mir war. Dadurch bot sich jedoch für die Azubis die Möglichkeit, dass es nach der Ausbildung zwei!!!! Festanstellungen geben würde.Dies stellte ich im Vorfeld auch klar!

    Nun werde ich jetzt schon eine Festanstellung geben und die Azubis werden so oder so leer ausgehen. Desweiteren werde ich weitere Servicekräfte einstellen!

    Gruß,
    Rorram

    #122303
    TschiTschi
    Teilnehmer
    Rorram;28742 wrote:
    ob ich noch weitere Azubis einstelle oder besser auf Teilzeitkräfte umsteige.

    Kann es sein, dass das eines Deiner Probleme ist, dass Du Deine Azubis als Arbeitskräfte siehst und einsetzt? Dazu passt auch das, was Du weiter oben schon zum Thema „Schichtarbeit“ gesagt hast!

    Also: Setze Dich mit Deinen Azubis zusammen und mit Dir auseinander – und nehme ihre Einwände ernst!

    GG

    #122306
    Hodata
    Teilnehmer

    Ich kann TschiTschi nur zustimmen. Auf der anderen Seite kenne ich aber auch diese unerhörte Selbstüberschätzung mancher Azubis. Das sind meist diejenigen, auf die man verzichten könnte.

    Hier stimmt m.E. auf beiden Seiten etwas nicht.

    Ich hab da noch paar Gedanken im Kopf, die ich zur Diskussion stelle:

    – vor Kunden und Partnern gegen den Ausbildungsbetrieb reden ist geschäftsschädigend ==> fristlose Entlassung

    – der Einsatz im Schichtsystem deutet auf keine Ausbildung im Sinne des Rahmenplanes hin ==> Ausbildungsverbot für den Betrieb

    ====> damit wäre das Problem erstmal gelöst!!!

    – m.M. ist es egal, ob der Ausbilder mal ein, zwei Tage nicht anwesend ist, wenn die Azubi für diese Zeit eine Aufgabe gemäß der Ausbildung haben. Erziehung zur Selbstständigkeit nennt man das.

    – Jugendliche auf ihren beruflichen Weg vorzubereiten sollte doch als dringlichste Aufgabe der Gesellschaft erkannt werden und jedem Ausbildenden klar sein. (die sollen uns mal die Rente verdienen!)

    – Anwesenheit des Ausbilders reicht nicht, man muß auch Zeit in die Ausbildung investieren.

    – Überheblichkeit von Azubis kann man nur durch provozierte Selbsterkenntnis abbauen

    #122312
    Rorram
    Teilnehmer

    hallo ihr zwei,

    erst mal danke für eure Antworten!

    Also…….aufgrund der Tätigkeit dürfen meine Azubis wohl im Schichtdienst arbeiten, genau wie dies im Hotel, Fitnessstudio oder im Sozialen Bereich der Fall ist. Die arbeiten ja nicht nachts! Und das wird in anderen Betrieben nicht anders gehandhabt als bei mir!

    Zu den Schulungen: Alle zwei Wochen gibt es eine interne Schulung für die Azubis mit individueller Einzelschulung und alle 2 Monate eine externe Ganztagsschulung (ein bis zwei Tage).Zudem bekommen sie jetzt noch eine Lizenz bezahlt, welche mich pro Person etwa 800,-€ kostet (und die ich laut Ausbildungsplan nicht durchführen muss).

    Gruß,
    Rorram

    #122307
    Hodata
    Teilnehmer

    jaja, alles richtig

    aber ist auch dein Herz dabei?

    #122304
    TschiTschi
    Teilnehmer

    Also, wenn alles so toll wäre, wie Du es darstellst, dann dürfte es ja keine Probleme geben.
    Also überlege Dir ‚mal, warum Deine Azubis ENTWEDER nicht erkennen, dass Du so viel in ihre Ausbildung investierst und sie sooooo viel können (das müssten sie ja spätestens in der Berufsschule merken) ODER warum Du vielleicht einer Fehleinschätzung unterliegst.

    Hier kann nur ein offenes und selbstkritisches Gespräch helfen. Und da Du der ältere, erfahrenere bist und Du außerdem am längeren Hebel sitzt, muss das von Dir ausgehen. Und Du musst bereit sein einiges über Dich und Deine Fehler zu erfahren (und versuche blos nicht, Dich zu verteidigen!). Ein Kommunikationstrainer hat das ‚mal so formuliert: „Wenn die das so empfinden, dann empfinden die das so – und dann müssen Sie sich überlegen, warum das so ist!“

    Viel Erfolg!

    GG

    #122302
    Angela
    Moderator

    Ich möchte hier aber mal auch Rorram die Stange halten.
    Wer von uns hatte noch keinen Azubi, der bereits nach kurzer Zeit der Meinung war ohne ihn würde der Laden zusammenbrechen und sich entsprechend aufgeführt hat. Solche Fälle gibt’s immer wieder, egal ob die Ausbildung vorbildlich oder mies ist. Im Gegenteil – bei einer vorbildlichen Ausbildung passiert dies sogar eher!
    Und da muss man meiner Meinung nach die Fronten klar abstecken: ich Chef, du nix. Wer bin ich denn, dass ich mir von den Azubis auf der Nase rumtanzen lass!

    Trotzdem ist es natürlich wichtig auch sich selbst kritisch zu hinterfragen. Aber dem Ausbilder/Ausbildenden von vorneherein die Schuld an allem zuzuweisen ist denn doch zu einfach!

    #122305
    TschiTschi
    Teilnehmer
    Angela;29007 wrote:
    Wer von uns hatte noch keinen Azubi, der bereits nach kurzer Zeit der Meinung war ohne ihn würde der Laden zusammenbrechen und sich entsprechend aufgeführt hat. Solche Fälle gibt’s immer wieder, egal ob die Ausbildung vorbildlich oder mies ist. Im Gegenteil – bei einer vorbildlichen Ausbildung passiert dies sogar eher!

    Hmm, das kann ich nicht bestätigen bzw. diese Erfahrung habe ich noch nicht gemacht. Vielleicht hängt’s auc einfach damit zusammen, dass meine Azubis einfach sehen, was ihnen noch fehlt, bis sie alles können!
    Und je besser sie sind, desto klarer ist ihr Blick dafür!

    GG

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