Ausgesetzte AEVO. Gut oder schlecht?


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  • #108452
    Thomas
    Keymaster

    Hi,

    wollte mal so Eure Meinung wissen. Findet Ihr es eher gut, daß die AEVO ausgesetzt ist oder eher schlecht?

    Thomas

    Bei Fragen fragen!

    #114815
    Felicie
    Teilnehmer

    ich finde das eigentlich nicht so toll. ein/e ausbilder/in sollte ja nicht nur fachlich gut sien, sondern auch gewisse pädagogische kompetenzen haben.

    ich habe in meinem ada lehrgang auf jeden fall viele dinge gelernt, die ich so vorher nciht wusste nicht wusste…sei es wie man in bestimmten situationen reagiert, oder auch die didaktische aufbereitung des stoffes…

    ich kann jedem nur empfehlen, auch wenn es momentan eher freiwillig ist, diesen schein zu machen!

    #114813
    Thomas
    Keymaster

    … ganz zu schweigen von dem rechtlichen Rahmen, den man freiwillig ohne AEVO wohl nicht lernt…

    Bei Fragen fragen!

    #114810
    Andreas Lang
    Teilnehmer

    Mal ganz davon abgesehen, dass die AEVO „nichts“ über pädagogische Fähigkeiten aussagt, halte ich dies für eine recht zwiespältige Fragestellung.

    Auf der einen Seite fehlt es massig an Ausbildungsplätzen und auf der anderen Seite wird darüber diskutiert, ob die Qualität der Ausbildung darunter leidet.

    Ich wage zu behaupten, dass die Eignung der Bewerber gegenüber den Anforderungen deutlich gesunken ist. Es stellt sich nun die Frage, ob eine AEVO ausreichend ist, diese Differenz auszugleichen.

    Ein weiterer Aspekt, den ich im Rahmen dieser Diskussion erwähnen möchte, ist, dass die AEVO eine Hürde ist. Durch die AEVO überlege ich zweimal, ob ich nun wirklich ausbilde, oder nicht. In diesem Zusammenhang könnte man zwei Arten von Ausbildungsbetrieben sehen. Die einen wollen wirklich für den eigenen Bedarf ausbilden, die anderen brauchen eine billige Arbeitskraft.
    Hier stellt sich widerum die Frage, welche der beiden hindert man durch die AEVO daran auszubilden oder bzw. unterstützt sie und erzielt man dadruch den gewünschten Effekt.

    Ich maße mir nicht an, diese Fragen zu beantworten.

    #114816
    Felicie
    Teilnehmer

    hallo andreas,

    du hast in vielen punkten sicherlich recht und so ganz einfach ist diese ganze situation eigentlich wirklich nicht zu bewerten. ich habe meine antwort eher aus der sicht gesehen, eine möglichst gute ausbildung durchführen zu können und nicht allzu viel dem zufall zu überlassen.

    natürlich gibt es auch noch andere punkte, wie du sie aufgezählt hast, aus deren sicht das anders aussieht.
    also kommen wir mal dazu…

    Andreas Lang wrote:
    Mal ganz davon abgesehen, dass die AEVO „nichts“ über pädagogische Fähigkeiten aussagt, halte ich dies für eine recht zwiespältige Fragestellung.

    nein, wenn du meinen beitrag meintest, hast du mich falsch verstanden. die AEVO sagt nichts über deine pädagogischen fähigkeiten aus. allein durch diese Prüfung wirst du nicht zu einem guten lehrer, du musst halt auch persönlich geeignet sein.

    aber ich denke, durch diese kurse bekommst du hilfen an die hand gegeben, dich pädagogisch zu verbessern. und ich denke, dass trägt auch erheblich zur ausbildungsqualität bei. du wirst dadurch nicht DER Pädagoge, aber immerhin hast du ein paar mittel gelernt es zu werden. meinst du nicht???

    quote=“Andreas Lang“]
    Auf der einen Seite fehlt es massig an Ausbildungsplätzen und auf der anderen Seite wird darüber diskutiert, ob die Qualität der Ausbildung darunter leidet.
    [/quote]
    ja, diese zwiespältigkeit sehe ich auch. aber was ist nun besser? auf teufel komm raus leute auszubilden, die hinterher in ihrem beruf nicht gut sein können, weil sie nicht gut ausgebildet wurden? oder diejenigen, die ausgebildet werden gut ausbilden und dafür vielleicht etwas weniger???

    das ist nun eine antwort, die ich mir nicht anmaße zu geben. ich weiss es nicht. wie siehst du das hier?

    Andreas Lang wrote:
    Ich wage zu behaupten, dass die Eignung der Bewerber gegenüber den Anforderungen deutlich gesunken ist. Es stellt sich nun die Frage, ob eine AEVO ausreichend ist, diese Differenz auszugleichen.

    ich bin mir nicht sicher, ob ich dir hier zustimmen kann. ich bin noch nicht lange genug ausbilderin um hier einen trend aus eigener erfahrung mitbekommen zu haben.
    aber ich würde mich für mehr informationen interessieren. woran meinst du, liegt es? daran, dass der irrglaube besteht, die fachinformatikerausbildung würde hinterher das grosse geld bringen?
    wohl ist mir aufgefallen, dass gerade bei umschülern viele vom arbeitsamt in solch eine umschulung gesetzt werden, die bei weitem nicht den anforderungen entsprechen.

    Andreas Lang wrote:
    Ein weiterer Aspekt, den ich im Rahmen dieser Diskussion erwähnen möchte, ist, dass die AEVO eine Hürde ist. Durch die AEVO überlege ich zweimal, ob ich nun wirklich ausbilde, oder nicht. In diesem Zusammenhang könnte man zwei Arten von Ausbildungsbetrieben sehen. Die einen wollen wirklich für den eigenen Bedarf ausbilden, die anderen brauchen eine billige Arbeitskraft.
    Hier stellt sich widerum die Frage, welche der beiden hindert man durch die AEVO daran auszubilden oder bzw. unterstützt sie und erzielt man dadruch den gewünschten Effekt.

    Ich maße mir nicht an, diese Fragen zu beantworten.

    ja, über diesen punkt habe ich auch schon mal nachgedacht. ich denke, die betriebe, die billige arbeitskräfte suchen und die die ausbilden wollen, gibt es in beiden sparten: in denen die sich locker die prüfung leisten können und in den kleinen betrieben, die keinen dafür freistellen können.

    das heisst egal wie du es drehst, du kannst bestimmt keine art ausselektieren.
    nimmst du die prüfung haben kleine betriebe die ausbilden wollen eine chance, die die nur billige arbeitskraft wollen aber auch.

    lässt du die prüfung, nimmst du denjenigen die wollen vielleicht die chance auszubilden, denen die nur eine billige arbeitskraft wollen…hmmm…ein paar kleinen vielleicht, aber die grösseren? die bilden trotzdem aus, oder?

    das sollte jetzt keine beantwortung dieser schwierigen frage sein, nur mal ein paar gedanken dazu…

    p.s.: ich finde deinen beitrag gut, er bringt eine menge aspekte ein.

    Feliciehallo andreas,

    du hast in vielen punkten sicherlich recht und so ganz einfach ist diese ganze situation eigentlich wirklich nicht zu bewerten. ich hab emeine antwort eher aus der sicht gesehen, eine möglichst gute ausbildung durchführen zu können und nicht allzu viel dem zufall zu überlassen.

    natürlich gibt es auch noch andere punkte, wie du sie aufgezählt hast, aus deren sich das anders aussieht.
    also kommen wir mal dazu…

    Andreas Lang wrote:
    Mal ganz davon abgesehen, dass die AEVO „nichts“ über pädagogische Fähigkeiten aussagt, halte ich dies für eine recht zwiespältige Fragestellung.

    nein, wenn du meinen beitrag meintest, hast du mcih falsch verstanden. die AEVO sagt nichts über deine pädagogischen fähigkeiten aus. allein durch diese Prpüfung wirst du nciht zu einem guten lehrer, du musst halt auch persönlich geeignet sein.

    aber ich denke, durch diese kurse bekommst du hilfen an die hand gegeben, dich pädagogisch zu verbessern. und ich denke, dass trägt auch erheblich zur ausbildungsqualität bei. du wirst dadurch nicht DER Pädagoge, aber immerhin hast du ein paar mittel gelernt es zu werden. meinst du nicht???

    quote=“Andreas Lang“]
    Auf der einen Seite fehlt es massig an Ausbildungsplätzen und auf der anderen Seite wird darüber diskutiert, ob die Qualität der Ausbildung darunter leidet.
    [/quote]
    ja, diese zwiespältigkeit sehe ich auch. aber was ist nun besser? auf teufel komm raus leute auszubilden, die hinterher in ihrem beruf nicht gut sein können, weil sie nicht gut ausgebildet wurden? oder diejenigen, die ausgebildet werden gut ausbilden und dafür vielleicht etwas weniger???

    das ist nun eine antwort, die ich mir nciht anmaße zu geben. ich weiss es nicht. wie siehst du das hier?

    Andreas Lang wrote:
    Ich wage zu behaupten, dass die Eignung der Bewerber gegenüber den Anforderungen deutlich gesunken ist. Es stellt sich nun die Frage, ob eine AEVO ausreichend ist, diese Differenz auszugleichen.

    ich bin mir nicht sicher, ob ich dir heir zustimmen kann. ich bin noch nicht lange genug ausbilderin um hier einen trend aus eigener erfahrung mitbekommen zu haben.
    aber ich würde mich für mehr informationen interessieren. woran meinst du, liegt es? daran, dass der irrglaube besteht, die fachinformatikerausbildung würde hinterher das grosse geld bringen?
    wohl ist mir aufgefallen, dass gerade bei umschülern viele vom arbeitsamt in solch eine umschulung gesetzt werden, die bei weitem nicht den anforderungen entsprechen.

    Andreas Lang wrote:
    Ein weiterer Aspekt, den ich im Rahmen dieser Diskussion erwähnen möchte, ist, dass die AEVO eine Hürde ist. Durch die AEVO überlege ich zweimal, ob ich nun wirklich ausbilde, oder nicht. In diesem Zusammenhang könnte man zwei Arten von Ausbildungsbetrieben sehen. Die einen wollen wirklich für den eigenen Bedarf ausbilden, die anderen brauchen eine billige Arbeitskraft.
    Hier stellt sich widerum die Frage, welche der beiden hindert man durch die AEVO daran auszubilden oder bzw. unterstützt sie und erzielt man dadruch den gewünschten Effekt.

    Ich maße mir nicht an, diese Fragen zu beantworten.

    ja, über diesen punkt habe ich auch schon mal nachgedacht. ich denke, die betriebe, die billige arbeitskräfte suchen und die die ausbilden wollen, gibt es in beiden sparten: in denen die sich locker die prüfung leisten können und in den kleinen betrieben, die keinen dafür freistellen können.

    das heisst egal wie du es drehst, du kannst bestimmt keine art ausselektieren.
    nimmstdu die prüfung haben kleine betriebe die ausbilden wollen eine chance, die die nur billige arbeitskraft wollen aber auch.

    lässt du di eprüfung, nimmst du denjenigen die chance auszubilden, denen die nur eine billige arbeitskraft wollen…hmmm…ein paar kleinen vielleicht, aber die grösseren? die bilden trotzdem aus, oder?

    das sollte jetzt keine beantwortung dieser schwierigen frage sien, nur mal ein paar gedanken dazu…

    felicie

    p.s.: ich finde deinen beitrag gut, er bringt eine menge aspekte ein.

    #114811
    Andreas Lang
    Teilnehmer

    Hallo Felicie,

    danke für die schnelle Antwort. Generell erst mal zu meinem Posting. Ich bin mir absolut unsicher, was der bessere Weg ist, ich habe nur die ersten Gedanke, die mir bei dem Thema durch den Kopf schießen niedergeschrieben. Alles in allem ist es ein zu komplexes Thema, mit dem man sich zunächst längere Zeit befassen sollte.

    In einem Punkt sind wir uns aber sicherlich alle Einig:

    Durch die AEVO und einen entsprechenden Kurs – leider war dieser nie vorgeschrieben – bekommt man ein Grundhandwerkszeug an die Hand gewiesen, das es gilt weiter auszubauen. In diesem Punkt ist die AEVO sicherlich sehr sinnvoll. Ich selbst habe eine Menge dabei gelernt.

    Ob das Ziel, dass durch das Aussetzen der AEVO das richtige ist, weiß ich auch nicht. Ist es besser, unzufriedene und schlechte Azubis zu haben oder lieber arbeitslose Jugendliche. Aus politischer Sicht ist das doch ganz einfach. Moralisch und gesellschaftlich auch??? Ich bin mir da nicht so ganz sicher.

    Felicie wrote:
    ich bin mir nicht sicher, ob ich dir hier zustimmen kann. ich bin noch nicht lange genug ausbilderin um hier einen trend aus eigener erfahrung mitbekommen zu haben.
    aber ich würde mich für mehr informationen interessieren. woran meinst du, liegt es? daran, dass der irrglaube besteht, die fachinformatikerausbildung würde hinterher das grosse geld bringen?
    wohl ist mir aufgefallen, dass gerade bei umschülern viele vom arbeitsamt in solch eine umschulung gesetzt werden, die bei weitem nicht den anforderungen entsprechen.

    Tja, in diesem Punkt bin ich sicherlich auch der falsche Ansprechpartner, da ich ebenfalls noch nicht lange dabei bin. Ich gebe hier nur die Eindrücke wider, die ich von Bekannten Ausbildern aber auch aus Foren, Ausbider Arbeitskreisen etc. mitnehme.

    Ich freue mich auf weitere Diskussionen …

    #114814
    Thomas
    Keymaster

    Dann geb ich auch mal meinen „Senf“ dazu. Also, ich glaube nicht, daß die AEVO irgendeine Hürde darstellt. Seine wir doch mal ehrlich. Sooo schwer ist sie nicht! Ich glaube, um die Qualität der AUsbildung zu verbessern sollten viel mehr Standards definiert werden. Beispiel: Ausbildungsrahmenplan. Dieser gibt zwar einiges vor, jedoch bleibt es jedem Betrieb selbst überlassen, was er wie tief ausbildet. Wenn ich da höre, was andere Betriebe so machen, kann einem schon übel werden! Azubis sind da wirklich billige Hilfskräfte, die nix anderes machen, als „niedere“ Arbeiten. Ich bin der festen Überzeugung, daß mit einem fest vorgegebenen inhaltlich definieren Ausbildungsrahmenplan die Qualität verbessert werden kann.

    P.S.: Dies hatte ich mir unter anderem mit dieser Seite auf die Fahne geschrieben. Ich hoffe immernoch, daß sich genug Leute finden, die versuchen, gemeinsam einen guten Plan auf die Beine zu stellen!

    Bei Fragen fragen!

    #114817
    claudia
    Teilnehmer

    Hallo,
    mir gefällt einiges der Beiträge wirklich gut, ich biete jedoch ein „aber“.
    Der AEVO-Kurs ist doch wirklich nicht enorm teuer und auch der Zeitaufwand ist überschaubar – kann die Aussetzung der AEVO tatsächlich bewirken, dass mehr Unternehmen ausbilden? Oder mal anders gefragt:
    wenn ein Unternehmen nicht ausbildet, weil es Zeit und Kosten nicht investieren will, ist das ein Zeichen für Qualitätsbewustsein und Übernahme von Verantwortung gegenüber potentiellen Azubis, der Gesellschaft und wem sonst noch alles?
    Ich persönlich würde das aus dem Bauch heraus pauschal verneinen, sicherlich gibt es einige wenige „Härtefälle“, wo der „Aufwand für den AEVO-Kurs nicht so locker weggesteckt wird, doch für diese gab es bisher doch in Norfällen die befristete Ausnahmegenehmigung.
    Wenn wir Qualität in der Ausbildung wollen, so ist dies nicht „für´n Appel und ´n Ei“ zu bekommen. Und es gibt nur wenige Menschen, denen ein umfassendes Talent zum Ausbilden in die Wiege gelegt wurde.
    Andererseits funktioniert vieles in diesem Land doch (leider!) noch nach dem Motto: wenn ich nicht muss, dann mache ich gar nichts.
    D.h. in diesem Fall für mich: prima, ich brauche Ausbilder nicht mehr vorgeschriebener Weise mit einem minimalen Handwerkszeug / pädagogischen und sonstigem Grundwissen zu versorgen, also lasse ich es doch. Sicherlich gibt es immer noch Menschen, die trotzdem eine Entscheidung pro AEVO-Lehrgang treffen, doch sind das verhältnismässig wenige.
    Was denkt Ihr dazu? Bin neugierig 🙂
    Freue mich, dieses Forum entdeckt zu haben und bin gespannt, was hier so passiert.
    Wünsche allen eine tolle Restwoche,
    Claudia

    #114812
    Thomas
    Keymaster

    Hi und willkommen!

    Ich finde eingige Deiner Positionen wirklich einleuchtend. Ich persönlich denke, daß die AEVO nicht die Qualität der Ausbildung steigert. Sie tut aber eins: Man wird gezwungen (zumindest für einen kurzen Zeitraum) sich intensiver mit dem Thema Ausbildung zu beschäftigen und das ist glaube ich ganz gut. Wenn man keinen AEVO macht, dann bildet man „einfach so“ aus, weil man das möchte oder weil man billige Arbeitskräfte sicht oder…
    Trotzdem bleibe ich dabei, daß ich für eine Ausbildungsberufsbezogene AEVO-Vorbereitugn wäre, wo konkrete Anleitungen für z.B. die Umsetzung des Ausbildungsrahmenplans gegeben werden. Aber – unter anderem gibte es ja deswegen diese Seite um diese Lücke zu schließen…

    Bei Fragen fragen!

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